Eine Seite aus Sektionen zusammensetzen, in Handy- und Tabletbreite prüfen und veröffentlichen – ohne einen halbfertigen Entwurf live zu schalten, und mit dem Wissen, welche Seiten längst öffentlich sind, ob du sie schon angesehen hast oder nicht.
Woraus eine Seite besteht
Eine Seite ist eine geordnete Liste von Sektionen – waagerechten Bändern: ein Hero, ein Feature-Raster, eine Preistabelle. Navigation sitzt fest oben auf jeder Seite, Footer fest unten: abschalten kannst du beide, ziehen, umsortieren oder löschen nicht. Manche Seiten verankern zusätzlich eine dritte, mittlere Sektion – die About-Seite ihre About-Sektion; /products, /blog und /events jeweils die Sammlung, für die es sie überhaupt gibt. Verankerte Karten zeigen ein Schloss statt des Greifers und haben kein Papierkorb-Symbol.
Das Menü Add a section listet 23 Typen plus die Vorlage Guarantee band; die vier verankerten Arten – Navigation, Footer, Event booking, Product sales – stehen nicht darin. About ist die Ausnahme: im Menü und auf der About-Seite verankert. Diese Seite kann also mit einer gesperrten About-Sektion plus einer von Hand hinzugefügten enden. Die zweite wird gerendert, bekommt in der Sektionsliste aber keine Karte – nichts zum Ziehen, Ausblenden oder Löschen. Sie wieder loszuwerden hieße, die Sektion aus der gespeicherten Seitenkonfiguration zu entfernen, und dafür bietet der Builder keinen Weg.
Das Wichtigste zuerst: Entwurf und veröffentlichter Stand
Jede Seite speichert zwei getrennte Fassungen ihres Layouts.
- Der Entwurf ist das, woran du arbeitest. Er speichert sich rund sechs Zehntelsekunden nach dem letzten Tippen oder Ziehen von selbst. Einen Speichern-Knopf gibt es nicht – die Bestätigung ist die Anzeige „Saving…“ und danach „Saved“ in der Werkzeugleiste über der Vorschau, neben „Live preview“ und „View page“.
- Der veröffentlichte Stand ist das, was Besucher sehen. Nichts, was du im Builder tust, rührt ihn an.
Nur Publish bzw. Republish ändert den öffentlichen Stand dieser Seite. Lass eine Seite eine Woche lang halb umgebaut liegen – der Website passiert nichts; umgekehrt steht auch fertige Arbeit erst nach dem Knopfdruck auf deiner Website. Publish speichert vorher den Entwurf, eine vergessene Speicherung kann also keine leere Seite veröffentlichen.
Eine Bearbeitung im Builder entzieht sich dieser Regel: die Nav- oder Footer-Leiste direkt an Ort und Stelle zu ändern, denn das speichert und veröffentlicht die gemeinsame Komponente sofort. Siehe „Die Falle mit Navigation und Footer“ weiter unten.
Wo du was findest
/admin/page-builder bringt dich direkt auf Home – eine Übersichtsseite gibt es nicht. Der Seitenumschalter in der Kopfzeile hat den Rest: elf Struktur-Seiten, dazu deine Event-, Produkt- und Custom-Seiten.
Die linke Spalte hat drei Reiter: Page Theme (Breite, Abstände, Schriften, Ecken, Schatten, Akzentfarbe und Hintergrund dieser einen Seite – was du nicht setzt, erbt das Site-Theme; Hell/Dunkel und die Farbpalette bleiben site-weit), Sections und Settings für die ausgewählte Sektion.
Rechts steht die Live preview – dein Entwurf, gerendert mit echten Daten: deinen Produkten, Beiträgen, Terminen und Bewertungen. View page öffnet die tatsächliche öffentliche Seite. Klick in der Vorschau auf das, was du ändern willst: Ein Klick auf Text wählt dieses Element aus und öffnet Settings, ein Klick sonst irgendwo im Band wählt die ganze Sektion.
Rückgängig und Wiederherstellen sind ⌘Z / ⇧⌘Z (Strg+Z / Strg+Umschalt+Z unter Windows und Linux) – außer solange der Cursor in einem Textfeld steht, dann übernimmt das Rückgängig des Browsers.
Welche Seiten schon live sind
Home, /products, /blog und /events sind immer live und lassen sich nicht vom Netz nehmen; unveröffentlicht liefern sie ihr Standard-Gerüst aus. Bei einer frischen Installation sind diese drei Sammelseiten schon öffentlich, bevor jemand den Builder auch nur geöffnet hat – sieh sie dir lieber früh an, als sie später zu entdecken.
Die anderen sieben – About, Privacy, Impressum, Terms, Pricing, Contact, Roadmap – geben bis zur ersten Veröffentlichung einen 404 zurück; erst die lässt die URL entstehen.
Roadmap braucht zwei Schalter, nicht einen. Die Seite zu veröffentlichen ist nur die halbe Miete: /roadmap bleibt auch dann ein 404, solange der Schalter Public roadmap page unter /admin/roadmap aus ist – und bei einer frischen Installation ist er aus. Diese Seite sagt dir, welche Hälfte fehlt, und hat einen Link Publish page direkt in den Builder. Eine dritte Bedingung solltest du kennen: Sind beide an, ist aber kein Meilenstein öffentlich markiert, wird die Seite ausgeliefert und ist leer.
Home startet mit einem Gerüst aus zehn Sektionen, und der Logo strip kommt ausgeschaltet, weil noch keine Logos darin sind.
Eine Seite bauen, die nicht auf dieser Liste steht
Im Seitenumschalter unter Custom pages New custom page… wählen, einen Titel vergeben und unter Served at entscheiden: /<slug> (öffentlich) oder /myarea/<slug> (für angemeldete Mitglieder). Sie öffnet sich im selben Builder und bleibt Entwurf, bis du veröffentlichst. Custom-Seiten haben außerdem ein kleines Schieberegler-Symbol neben dem Seitennamen (Tooltip „Page settings“) – dahinter liegen Titel, Slug, Platzierung, Unpublish und Delete page. Struktur-Seiten haben davon nichts.
Mit Sektionen arbeiten
Neue Sektionen kommen aus dem gestrichelten Menü Add a section über der Liste. Die Sektion landet am Ende des Seiteninhalts, direkt über dem Footer, und der Builder springt in ihre Settings; zum Verschieben ziehst du ihre Karte. Jede Karte hat drei Bedienelemente: Das Schieberegler-Symbol öffnet die Einstellungen, der Schalter zeigt oder versteckt die Sektion (versteckte behalten das Abzeichen „Hidden“ und bleiben in der Liste), das Papierkorb-Symbol entfernt sie – bei verankerten Karten fehlt es.
Sektionen, die sich selbst ausblenden
Fünf datengetriebene Typen können von allein verschwinden: Events, Blog, Products, Testimonials und Roadmap. Jeder hat einen Schalter „Hide when there are no upcoming events“ (bzw. „…no products“, „…no reviews“, „…no posts“; bei Roadmap „Hide when empty“). Er ist standardmäßig an.
Greift er, verschwindet das ganze Band – Überschrift, Abstände, alles. Die Vorschau im Builder zeigt die leere Sektion weiterhin, mit dem Hinweis, dass sie live ausgeblendet wird; Sektionen sollen dir beim Bearbeiten nicht unter den Händen verschwinden.
Links aus Navigation und Footer auf /blog, /products und /events fallen ebenfalls weg, wenn diese Sammlungen leer sind – darüber entscheidet aber ausschließlich der Schalter der Sektion auf der Sammelseite selbst, nie die Kopie derselben Sektion auf der Seite, die du gerade bearbeitest. Schaltest du ihn in einer Blog-Sektion auf der Startseite aus, bleibt dort das Band stehen und im Menü ändert sich nichts; schaltest du ihn auf /blog aus und veröffentlichst /blog neu, ist der Link überall wieder da. (Links auf /roadmap fallen nach demselben Prinzip weg, aber mit einer anderen Prüfung: die Roadmap-Funktion ist aus, oder es gibt keinen öffentlichen Meilenstein.)
Zwei weitere Verhaltensweisen, die wie Fehler aussehen:
- Eine Sammelseite blendet ihr eigenes Kernstück nie aus:
/productsohne Produkte rendert die Sektion samt Leer-Hinweis. Dort tut der Schalter etwas anderes – er entscheidet, ob Links auf diese Seite verschwinden, solange die Sammlung leer ist. - Ein „an“ wird nicht gespeichert. Nur ein ausdrückliches „aus“ landet in der Datenbank; „an“ liest die Seite bei jedem Rendern als den aktuellen Standard. Eine längst veröffentlichte Seite kann nach einem Software-Update anfangen, ein Band auszublenden, ohne dass jemand etwas angefasst hätte. Soll eine Sektion immer erscheinen, schalte ausdrücklich aus – diese Wahl wird gespeichert.
FAQ, Pricing und Team haben keine solche Option und rendern ihre Überschrift auch dann, wenn nichts darunter steht.
Gallery und Agenda haben ebenfalls keinen Schalter, brauchen aber auch keinen: Beide fallen ohne Einträge von selbst weg, bedingungslos. Gallery verschwindet auch in der Builder-Vorschau (ein Bild ohne URL zählt nicht mit); Agenda verschwindet auf der öffentlichen Seite, bleibt in der Vorschau aber sichtbar, damit du sie noch füllen kannst.
Layout pro Gerät
Die Layout-Gruppe einer Sektion beginnt mit der Umschaltung Desktop · Tablet · Mobile, die an der Vorschau hängt: Du wechselst das Gerät an einer der beiden Stellen, und beide folgen. Die Vorschau nutzt die native Gerätebreite – 768 px Tablet, 390 px Mobile –, es greifen also die echten Breakpoints. Auf diese drei bist du nicht festgelegt: Zieh an einer der beiden Kanten des Rahmens, oder klick auf die Breiten-Pille und tipp eine Breite ein bzw. wähl eine gespeicherte Voreinstellung.
Tablet und Mobile können überschreiben:
- Header alignment – Left oder Centered. Oft das Lohnendste: Eine Überschrift, die auf einem breiten Bildschirm zentriert gut aussieht, bricht auf dem Handy hässlich um.
- Inset card – ob das Band in einer Karte sitzt oder über die volle Breite läuft.
- Section height – eine Liste fester Werte, keine Zahl: Auto · fits content / Half screen · 50dvh / Two-thirds · 66dvh / Three-quarters · 75dvh / Full screen · 100dvh.
- Oberer und unterer Innenabstand, seitlicher Innenabstand sowie die Außenabstände darüber und darunter.
Was du nicht setzt, folgt Desktop. Content width und Card width bleiben Desktop-only – sie sind Maximalbreiten und damit breiter als jedes Handy- oder Tablet-Viewport, eine Überschreibung liefe also ins Leere; gegen ein gequetschtes Handy-Layout hilft der seitliche Innenabstand.
Kartenbasierte Sektionen haben zusätzlich Mobile layout und Desktop layout, außerhalb der Geräte-Reiter. Die Gruppe heißt Card design bei Testimonials und Card gallery bei Products und Pricing; die Gallery-Sektion hat nichts dergleichen. Mobile bietet Stack (scroll) oder Carousel (swipe) – kein Raster. Desktop bietet Grid und Carousel (swipe), bei Testimonials zusätzlich Masonry und bei Pricing Split — billing panel beside the plans.
Veröffentlichen
Die Kopfzeile zeigt, wo die Seite steht: Not live yet, ein bernsteinfarbener Chip Unpublished changes oder Published.
Der Chip öffnet „Changes since last publish“, eine Zeile pro Änderung, gekennzeichnet als added, removed, moved oder edited. Auch Theme- und Übersetzungsänderungen stehen dort als „edited“ – sie unterscheiden sich nur an der Farbe des Punkts. Fährst du über eine Zeile, erscheint ihr Revert; in der Kopfzeile des Fensters sitzt Reset all, das den Entwurf auf den Live-Stand zurücksetzt. Beides lässt sich rückgängig machen, solange der Builder offen bleibt. „Only cosmetic differences detected“ heißt: Die Seite gilt als geändert, aber inhaltlich unterscheidet sich nichts – veröffentlichen oder ignorieren, beides ist harmlos.
Jede Veröffentlichung landet in einer Historie, gedeckelt bei 20 pro Seite – aber im Builder gibt es keinen Wiederherstellen-Knopf. Behandle sie also nicht als Sicherheitsnetz, an das du selbst herankommst.
Für die elf Struktur-Seiten gibt es kein Unpublish und kein Delete (Custom-Seiten haben beides). Ist /about einmal veröffentlicht, bleibt sie ausgeliefert; um sie faktisch verschwinden zu lassen, schaltest du ihre Sektionen aus und veröffentlichst neu, sodass nur Navigation und Footer übrig bleiben.
Die Falle mit Navigation und Footer
Hier verlieren Leute einen Nachmittag. Die Nav- und die Footer-Sektion einer Seite sind Zeiger; die Leiste selbst ist eine gemeinsame Komponente, und die zwei Wege, sie zu bearbeiten, verhalten sich genau entgegengesetzt:
- Im Page Builder bekommst du beim Auswählen der Nav- oder Footer-Sektion einen eingebetteten Editor mit einer bernsteinfarbenen Warnung: „Live edit — changes this navigation bar on EVERY page that uses it, immediately.“ Das ist wörtlich gemeint: Diese Änderungen speichern und veröffentlichen die gemeinsame Komponente rund sieben Zehntelsekunden nach deiner letzten Eingabe. Es gibt keinen Entwurf, und weder Veröffentlichen noch Zurücksetzen der Seite macht sie rückgängig. Der eingebettete Editor lädt außerdem die veröffentlichte Fassung der Komponente – unveröffentlichte Arbeit, die in deren eigenem Builder wartet, wird damit überschrieben.
- Im eigenen Builder der Komponente unter
/admin/site-components/<id>(Knopf „Edit nav“ bzw. „Edit footer“) gilt das normale Modell aus Entwurf und Veröffentlichen. Änderungen bleiben unsichtbar, bis du dort veröffentlichst – alle Seiten deiner Website neu zu veröffentlichen hilft nicht.
Und wenn die Source einer Seite auf „A specific navigation bar…“ (bzw. „…footer…“) steht und auf eine nie veröffentlichte Komponente zeigt, rendert diese Seite gar keine Navigationsleiste bzw. gar keinen Footer. Es gibt keinen Rückfall auf den Site-Standard, und die Auswahlliste zeigt unveröffentlichte Komponenten mit dem Zusatz „· draft“. Fehlt einer Seite plötzlich die Kopfleiste, sieh zuerst hier nach.
Grenzen, die du kennen solltest, bevor du darum herum planst
- Sammelseiten zeigen höchstens 24 Einträge.
/bloghat eine Blätterfunktion,/productsund/eventsnicht – ein Shop mit mehr als 24 veröffentlichten Produkten kann den Rest dort nicht zeigen. - „Custom HTML“ ist kein rohes HTML. Der Server filtert beim Speichern:
<script>,<style>und<iframe>fliegen raus, einstyledirekt am Element ist nicht erlaubt,classist das einzige allgemeine Attribut, das überlebt. Das Symptom: Ein eingefügtes fremdes Einbettungs-Snippet sieht beim Arbeiten gut aus und ist beim nächsten Laden der Seite weg. - Für eingefügten Code nimm die Embed-Sektion. Sie läuft in einem abgeschotteten Rahmen. Der Schalter „Allow same-origin access“ ist an, damit Embeds funktionieren, die Cookies oder Speicher brauchen; schalt ihn aus für Code, dem du nicht ganz traust. Beide Felder fassen 50.000 Zeichen.
- Die Link-Auswahl kennt nur sechs Seiten. Neben einem URL-Feld verlinkt der Knopf Section auf einen Sektionsanker – aufgelistet sind aber nur Home, About, Privacy, Impressum, Pricing und Contact. Terms, Roadmap und die drei Sammelseiten tauchen nie auf, und auf dem Bildschirm erklärt nichts, warum; die tippst du von Hand (
/terms#deine-sektion). Manche Typen zeigen dort ihren internen Namen, du siehst also womöglichstatsband, wo der Builder „Stats band“ sagt.
Theme-Änderungen sind auch nur Entwürfe
Wendest du im Theme Studio eine Theme-Vorlage an, bietet der Dialog eine bereits angehakte Option: „Also clear page, section & nav/footer style overrides“. Sie schreibt nur Entwürfe um – den Entwurf des Themes selbst, die Entwürfe der elf Struktur-Seiten und die Entwürfe von Standard-Navigation und -Footer.
Ein Umstyling braucht also zwei Veröffentlichungen, und vergisst du eine davon, sieht die öffentliche Website unverändert aus:
- Publish (bzw. Republish) im Theme Studio. Die öffentliche Website liest die veröffentlichte Fassung des Themes, nie den Entwurf – dieser Schritt geht leicht unter, weil die Vorschau im Studio das neue Aussehen längst zeigt.
- Ein Republish auf jeder Seite, deren Overrides geleert wurden. Ein Sammel-Republish gibt es nicht, du hast also eine Liste, die du Seite für Seite abarbeitest.
Custom-, Event- und Produktseiten sind vom Zurücksetzen nicht betroffen: Ihre eigenen Style-Overrides überstehen es und überlagern die neue Vorlage weiter, bis du sie von Hand löschst.
Schließ jeden offenen Page-Builder-Tab, bevor du das ausführst – ein offener Builder mit ungespeicherten Änderungen kann das alte Styling über das Zurückgesetzte zurückspeichern.
Für all das brauchst du ein Admin-Konto, und es gibt keine Rechte pro Seite: Jeder Admin kann jede Seite bearbeiten und veröffentlichen.
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